Andalusien

Andalusien

Tapas, Kathedralen, das Alhambra und Jerez!

Von Anbeginn der Planung sollte eines klar sein: Andalusien ist in zwei Wochen nicht zu schaffen. Es gibt einfach zu viel zu sehen und Stress sollte ja bei einer Reise auch nicht aufkommen.

Aber der Reihenfolge nach: Ich fliege mit Lufthansa nach Malaga, nehme dort mein Mietauto in Empfang und fahre nach Jerez de la Frontera, mit dreistündigem Stopp in Ronda. Ich bin froh, dass ich mich für das Auto und nicht den öffentlichen Verkehr entschieden habe, auch wenn die spanischen Schnellzüge gut sind. In den Städten die ich besuche, habe ich, da ich ja auch was trinken wollte, Taxis benutzt. Taxifahrten kosten vielleicht die Hälfte von unseren Preisen. Überhaupt ist Spanien ein günstiges Reiseland für uns. Wo bezahle ich noch zwischen 1,5 und 2 Euro für ein Bier oder ein Glas Wein. In Granada bekommt der Gast sogar eine Tapa dazu, so will es hier die Kultur, die schon Kult ist. Tapas sind unzählige Variationen an kleinen Leckereien mit Brot, Fisch, Scampi, Fleisch und Gemüse. Ein halbes Dutzend Tapas, macht schnell eine komplette Mahlzeit aus. Bar an Bar reiht sich in den spanischen Städten und es macht einfach Spaß draußen zu sitzen und etwas zu trinken und kleine Leckereien, oft nicht teurer als drei bis fünf Euro, zu probieren. Ein Kilo mehr auf der Hüfte würde ich bei einem Andalusien-Urlaub einplanen!

Bis Ende April ist es übrigens noch überraschend kühl, besonders im Süden. Nehmen Sie unbedingt eine Daunenjacke, mehrere Pullover und eher weniger Hemden mit. Das Wasser an den Stränden ist auch noch sehr „frisch“.

Ein Tipp: bestellen sie die Eintritte für die Alhambra in Granada schon Monate im Voraus. An der Kasse vor der Alhambra und Generalife geht überhaupt nichts. Meine aufrichtige Empfehlung ist, zwei Tage zu buchen oder zumindest zusätzlich einen Nachtbesuch, um die Abendstimmung zu erfassen. Abends kommen viel weniger Besucher und es ist viel mehr Ruhe in den einzelnen Palästen. Ich lasse mich diesmal abends „zurückfallen“ und bin zeitweise sogar ganz alleine in den prächtigen Palasträumen der Nasriden, die als letzte muslimische Dynastie in Andalusien herrschten. Vierzehnhundertzweiundneunzig entdeckt Kolumbus Amerika und im Süden Andalusiens ergeben sich die Nasriden einer christlichen Übermacht kampflos. Für uns ein Glück und der Grund, warum ihre Paläste unversehrt geblieben sind. Nehmen Sie sich mehr Zeit, als die großen Reisegruppen, es lohnt sich!

Ich war dieses Jahr über Ostern in Andalusien und eine zusätzliche Attraktion, sind die täglichen, am Abend stattfindenden Osterprozessionen. Ich plante für Sevilla vier Nächte, Cordoba zwei Nächte, Granada, Jerez und Malaga je drei Nächte und wäre gerne noch eine weitere Nacht in Malaga geblieben.

Hier ein Beispiel von einer Tagesplanung für Sevilla: Die Kathedrale kann in zwei Stunden besichtigt werden, allerdings mit Besuch und dem Besteigen vom Glockenturm, sind es eher drei Stunden. Einen superguten Tipp habe ich: Holen Sie sich das Ticket für die Kathedrale, in der wunderschönen Iglesia colegial del divino Salvador! Dort sind kaum Touristen und sie erstehen ein Kombiticket, das auch für die Kathedrale gilt. So gehen sie in aller Ruhe, an der staunenden, fünfzig Meter langen Schlange, vor der Kathedrale vorbei 😉.

Für den Real Alcázar, den Palast von Peter I. und noch heutiger Wohnsitz der spanischen Könige, wenn diese in Sevilla weilen, benötigen sie locker zwei Stunden. Und wenn sie auch die großartige Gartenanlage nicht versäumen möchten und im Gartenrestaurant eine Pause machen, sind es schnell vier Stunden. Dann ist an dem Tag nichts anderes mehr drin.

Für mich war übrigens der emotionalste Moment dieser Reise, als ich zum Sonnenaufgang, auf dem Fluss Guadalquivir, im Ort Sanlúcar de Barrameda, mit einer Fähre an das andere Ufer übergesetzt bin. Ich stelle mir vor, wie vor genau vierhundert Jahren, von genau hier, der Portugiese Ferdinand Magellan, für die spanische Krone im Dienst, mit vier weiteren Schiffen, den europäischen Kontinent verlässt und unsere Erde umsegeln will. Bestimmt rührt diese besondere Beziehung daher, dass ich dreizehn Jahre in Südamerika gelebt habe.

Zu empfehlen ist auch ein Besuch des angrenzenden Nationalparks Coto de Donana, einer der wichtigsten Vogelrastgebiete Europas. Die beste Zeit für den Park ist Juli, aber man erfreut sich sonst auch über den Gesang der Samtkopf-Grasmücke, über Hirsche und Wildschweine.

Zum Schluss noch ein Getränke-Tipp von mir: Getrunken wird in dieser Region Jerez, im englischen Sherry genannt und hier in Sanlúcar de Barrameda, ist die regionale Spezialität ein Manzanilla-salud!

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Kai Schepp
Kai Schepp

Ich bin gebürtiger Hamburger. Reise seit 30 Jahren weltweit - alleine oder als Leiter exklusiver Natur-, Kultur- und Abenteuerreisen. In Asien habe ich 13 Jahre gelebt, davon sechs Jahre in den Ländern des Himalaya (Nepal, Indien, Bhutan, China). 12 Jahre war Südamerika mein Lebensmittelpunkt, sechs Jahre davon Peru.

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